Über das Lesen…

Über das Lesen…

Berufsbedingt beschäftige ich mich gerne mit dem Thema „Typografie“. Derzeit lese ich ein interessantes Buch zu diesem Thema, in dem es nicht so sehr um Typografie sondern um das Lesen geht.  Das Buch heißt „Wie man’s liest!“ von Gerard Unger und gibt einige interessante Einblicke in das Thema des Lesens und eben, wie man es liest.

Als Grafiker lernt man jede Menge Regeln dazu, wie man einen Text leserlich gestalten kann. Dabei geht es immer um Dinge wie Schriftgrad, Zeilenlänge, Wortabstände, Absätze usw. Doch Lesbarkeit geht weit über diese reinen metrischen Regeln hinaus. Einige interessante Dinge, die ich bisher aus diesem Buch mitgenommen habe:

  • Durchschnittsleser sind in der Lage, viele verschiedene Schriftarten zu lesen, auch wenn die Buchstaben oft anders aussehen. So haben Sie keine Probleme, einen Text in Arial oder Times New Roman zu lesen und auch einige „Handschriften“ aus dem Computer stellen kein Problem dar.
  • Die Schrift „Times News Roman“ wurde bereits 1932 entwickelt, hat ihren Ursprung also nicht bei Microsoft ;+) Aber gerade durch die Verwendung als „Standardschrift“ am Computer hat die Times New Roman heute eine weite Verbreitung ist wohl die am meisten gelesene lateinische Schrift.
  • „Man kann nicht gleichzeitig lesen und schauen“. Daher sind Bücher innen wie sie sind und nicht „designt“.
  • „Lesen kreiert eine eigene Stille“. Wenn man etwas liest kann es passieren, dass man darüber seine Umwelt vergisst und ganz in der Geschichte aufgeht. Das funktioniert auch nur, wenn die Buchstaben bzw. der Text im Hintergrund bleiben und sich nicht durch eine zu auffällige Gestaltung in den Vordergrund drängen.
  • Wenn ein Leser liest, wird nicht Buchstabe für Buchstabe gelesen. Viel mehr springt das Auge über die Zeile, nur einzelne Buchstaben werden wirklich fixiert. Die Worte bzw. Buchstaben dazwischen werden unscharf wahrgenommen, die Wörter durch die Erfahrung ergänzt. Daher entgehen einem auch immer wieder Rechtschreibfehler, da man eben nicht Buchstaben für Buchstabe liest. Erfahrene Leser schaffen bis zu 300 Wörter pro Minute!

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